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Wetterwechsel lässt 2000 Kubikmeter Kreide auf Rügen abbrechen

Immer wieder kommt es auf Deutschlands größter Insel zu Kreideabbrüchen. Diese sind nicht selten, wenn auch spektakulär und für Besucher und Einheimische ein Risiko. Ein großer Kreideabbruch ereignete sich zuletzt Anfang Februar. 2000 Kubikmeter Kreide sind infolge des Wetterwechsels abgebrochen. Nachdem eine lange Frostperiode den Norden dominierte, setzten wärmere Temperaturen mit reichlich Niederschlag ein. Dieser Wetterwechsel war eine zu hohe Belastung für Rügens Steilküste, sodass es erneut zu mächtigen Abbrüchen kam. Die jüngsten Abbrüche ereigneten sich nach Angaben des Landesamtes für Umwelt und Geologie, kurz LUNG, auf Rügen zwischen Sassnitz und Lohme. Insgesamt sollen hier 2000 Kubikmeter Kreide, Lehm, aber auch Mergel am Kreidefelsen abgerutscht sein. Etwa einen Kilometer von jener Stelle entfernt, an der sich die Mündung des Kieler Baches befindet, ragte die Ausbruchsmasse bis weit in die Ostsee hinein. Auf einer Länge von 30 Metern hatte sie die Form einer Zunge.

Wanderungen unter der Steilküste nur mit Vorsicht am Königsstuhl auf Rügen

Erneut lockte der Abbruch viele Schaulustige an. Wie ein Sprecher vom Nationalpark Jasmund erklärte, haben viele Neugierige direkt an den Abbruchstellen mit der Suche nach Fossilien begonnen. Seit Jahren warnen die zuständigen Behörden vor Wanderungen, die unterhalb der Steilküste entlangführen. Immer wieder kam es hier auch zu schweren Unfällen. Trotzdem ziehen gerade die mächtigen Abbrüche immer wieder Interessierte an. Bei den Abbrüchen in der Vergangenheit stürzten bereits größere Geröllmengen in die Tiefe. Einer der spektakulärsten Abbrüche ereignete sich im Februar 2005. Damals stürzten die leuchtenden Hauptzinnen, die sich an den Wissower Klinken befinden, in die Tiefe. Insgesamt 50.000 Kubikmeter Kreide fielen in die Ostsee und gingen der imposanten Steilküste verloren. Gerade einmal zwei Stümpfe blieben vom bekannten Wahrzeichen Rügens übrig.

Wanderer geraten immer wieder in Notlagen

Gerade für Urlauber sind die Abbrüche eine Gefahr, denn sie unterschätzen das Risiko in der Regel sehr schnell. Dadurch geraten sie immer wieder in brisante Notlagen. Deutschlandweit sorgte Weihnachten 2011 ein tragischer Höhepunkt dieser Art für Entsetzen. Direkt am Kap Arkona auf Rügen wurde damals ein 10 Jahre altes Mädchen verschüttet. Die Bergungskräfte konnten die Leiche erst Wochen nach dem Unglück entdecken. Heute gelten die bis zu 70 Meter hohen Steilküsten, die sich bei Jasmund , Granitz und Wittow befinden als besonders gefährlich. Rügen stellt bei diesen Abbrüchen jedoch keinen Einzelfall dar. Sowohl auf Hiddensee als auch auf Fischland, insbesondere bei Ahrenshoop und im Klützer Winkel ereignen sich immer wieder Abbrüche unterschiedlichster Dimension. Abbrüche stellen für zahlreiche Küstenabschnitte in Mecklenburg-Vorpommern ein erhebliches Risiko dar. In Boltenhagen, in Nordwestmecklenburg, schätzen Experten die Steilküste als potenziell gefährdet ein. Anders sieht es weiter östlich aus. In Wohlenberg sowie Beckerwitz werden die Abschnitte bereits als akut gefährdet eingestuft.

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