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Rügens Steilküste bröckelt weiter: Regenwetter zwingt Küstenabschnitt in die Knie

Immer wieder wird Rügens Steilküste von Abbrüchen unterschiedlichen Ausmaßes geprägt. Vor allem lange Niederschläge nagen an der Küste und den Kreidefelsen.

In den letzten Tagen kam es an der Steilküste von Deutschlands größter Insel gleich zu mehreren Abbrüchen. Zwischen dem Königsstuhl und Sassnitz ereignete sich dabei einer der größten Abbrüche.

Wie das Umweltministerium in Schwerin mitteilte, sollen hier insgesamt 4000 Kubikmeter Kreide abgebrochen sein.

Bach aus Niederschlagswasser begünstigt die Abbrüche

Die jüngsten Abbrüche an Rügens Steilküste liefen glimpflich ab. Wie Experten erklären, ist für den Abbruch ein Bach aus Niederschlagswasser verantwortlich.

Der Bach tritt derweil aus einer Kreidesedimentschicht aus, die ihren Ursprung in der Eiszeit findet. Rund 50 Tonnen Wasser wurden mit diesem Bach über das Ostseesteilufer befördert.

Durch das Wasser können Sedimente ausgewaschen werden. Das Kliff verliert damit an Stabilität und das Risiko für Abbrüche steigt.

Etwa 800 Meter vom Bach entfernt, zeichnete sich bereits seit Jahren ein erheblicher Überhang der Steilküste ab. Dieser fiel nun den jüngsten Naturkräften zum Opfer.

Etwa 2000 Kubikmeter Gestein stürzten aus beeindruckender Höhe in die Tiefe. Der Abbruch bestand aus Sand, Kreide und Mergel. Zu weiteren Sediment-Rutschungen kam es an zwei anderen Küstenabschnitten.

Im Bereich des Nationalparks Jasmund sackte ein Schuttkegel ab. Er bestand weitgehend aus Sandmassen. Dem Schuttkegel fiel ein etwa 10 Meter langer Strandabschnitt zum Opfer.

Besucher müssen auf vorgeschriebenen Wegen bleiben

Besucher, die derzeit beispielsweise an der Steilküste von Rügen spazieren gehen, sollten unbedingt auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.

Anlässlich der derzeitigen Abbrüche wurde von Umweltminister Till Backhaus erneut zur Vorsicht aufgerufen. Er warnt davor, dass Wanderer und Spaziergänger bis an die Abbruchkanten herantreten.

Auch unterhalt der Steilküste sollte zunächst auf Spaziergänge verzichtet werden. Sowohl das Umweltministerium als auch das Nationalparkamt hatten erst vor wenigen Tagen vor weiteren eventuellen Abbrüchen auf Rügen gewarnt.

Hohe Steilküsten sind besonderem Risiko ausgesetzt

Insbesondere die teilweise bis zu 70 Meter hohe Steilküste ist einem enormen Risiko ausgesetzt. Abschnitte mit dieser Höhe gibt es sowohl bei Jasmund und Granitz als auch bei Wittow.

Aufgrund ihrer Höhe sind Abbrüche hier immer wieder möglich. Neben Rügen beheimaten ebenso Hiddensee und Fischland Steilküstenabschnitte. Weitere Steilküste gibt es im Klützer Winkel.

Auch sie gelten derzeit als besonders gefährdet für Abbrüche. Die aktiven Kliffs sitzen häufig auf einem instabilen Grund, durch den die Abbrüche schließlich begünstig werden.

Für den Besucher ist das an den beinahe pflanzenfreien Hängen zu erkennen. Oft sind Pflanzen, die sich hier befanden, bereits abgerutscht. Die gefährlichen Stellen sind damit kaum mehr erkennbar.

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