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Ab in den Norden: Ostsee-Urlaub mit den Kindern im Gepäck

Die Ostsee erfreut sich bei deutschen Urlaubern wachsender Beliebtheit – und das völlig zurecht. Denn hier kommen Groß und Klein auf ihre Kosten, weil es sehr viel mehr zu erleben gibt als den bloßen Strandurlaub. Da insbesondere Kinder auch im Urlaub beschäftigt werden wollen, ist der gebotene Abwechslungsreichtum nur noch attraktiver.

Beliebtes Reiseziel: Die Ostsee

Dass Urlaub in Deutschland in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist, lässt sich auch an der Ostsee nachvollziehen: Die Übernachtungszahlen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind zuletzt kontinuierlich steigend gewesen und das Allensbach Institut für Demoskopie verzeichnet demzufolge in seiner aktuellen Markt- und Werbeträgeranalyse einen ebenso anhaltenden Aufwärtstrend. Die Prognosen für das noch laufende Jahr gehen daher davon aus, dass erstmals sogar die bislang „magische“ Grenze von sechs Millionen Urlaubern geknackt wird – das ist deutlich über eine halbe Million Urlauber mehr als noch vor vier Jahren. Damit belegt die Ostsee bei den Urlauberzahlen sogar den ersten Platz unter den deutschen Urlaubszielen.
Einziger Nachteil, je nach Startpunkt: Die Anreise kann für viele Urlaubswillige durchaus auch mal mehr als 700 Kilometer betragen, was für eine mehrköpfige Familie eine nicht zu unterschätzende Anstrengung darstellt. Das betrifft einerseits das Fahren selbst, andererseits ist es besonders für die Kinder eine sehr lange Zeit, die es zu überbrücken gilt.

Urlaub mit Kindern

Der Urlaub kann kommen – aber bitte ohne Stress während der Anreise!

Zu den Herausforderungen solch langer Autofahrten mit Kindern gehören daher u.a. ausreichende Maßnahmen zur Vermeidung unnötiger Stresssituationen. Die können zum Beispiel durch mangelhafte Ablenkung und Unterhaltung entstehen, was zum einen für Langeweile und darüber hinaus für Unwohlsein sorgen kann. Spiele aller Art sollten daher unbedingt an Bord sein, um derlei zu verhindern. Wichtig für einen möglichst entspannten Start in den Urlaub – und zwar für alle Beteiligten – ist außerdem die Pausenplanung. Empfehlenswert sind Intervalle von zwei Stunden Fahrt und einer halben Stunde Pause. So bekommen die Kinder genug Gelegenheiten, um sich doch einmal auszutoben.

Unterhaltungsprogramm für Kinder à la Ostsee

Spätestens in der Urlaubsregion gibt es dann allerdings unzählige Möglichkeiten für die Kleinen, ihre Energie loszuwerden. Denn das Unterhaltungsprogramm muss sich längst nicht auf die zahlreichen Strände entlang der Küste oder auf den Inseln beschränken, wenngleich die sich natürlich anbieten. Andererseits ist die Wetterlage in Meeresnähe bisweilen gerne einmal launisch. Dann ist auch im Sommer der Strandbesuch ein mitunter zweifelhaftes Vergnügen und eine alternative Beschäftigungsmöglichkeit umso wertvoller.

Museen und Ausstellungen – garantiert kindertauglich

Die gängige Vorstellung eines Museums ist nicht zwingend die eines idealen Ausflugsziels für Familien, allerdings hat sich die Museenlandschaft inzwischen doch sehr gewandelt. So steht in vielen Ausstellungen nicht mehr nur das Sehen, sondern das Erleben im Vordergrund – und zwar mit allen Sinnen und richtigem Körpereinsatz!

Interaktives Experimentieren in der Phänomenta Peenemünde

Phänomenta Peenemünde
Museumstraße 12
17449 Peenemünde
http://www.phaenomenta-peenemuende.de/

Manch ein Erwachsener erinnert sich möglicherweise mit einem gewissen Grauen an die Physikexperimente der Schulzeit. Die waren häufig genug wenig spannend und noch dann am interessantesten, wenn sie sich als Fehlschlag herausstellten. Die Phänomenta in Peenemünde hat zum Glück nur wenig mit dem Experimentieren im Klassenzimmer zu tun – obwohl es hierzu reichlich Gelegenheit gibt.


Experimente rund um Seifenblasen gibt es in der Phänomenta von Peenmünde.

Große und Kleine können auf 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche den Geheimnissen der Physik auf die Spur kommen. An mehr als 200 Stationen können die Naturwissenschaften regelrecht begriffen werden, denn Anfassen ist hier ein Muss. Nur so werden die Antworten auf Fragen wie

  • Kann man in einer Seifenblase stehen?
  • Kann man einen Trabi mit nur einem Arm hochheben?
  • Kann man mit einem Paukenschlag eine Kerze auspusten

gefunden. Wer nach all den Experimenten immer noch nicht ausgelastet ist, kann sich in der unmittelbaren Nachbarschaft beim Glowgolf probieren. Hier warten 18 Bahnen Indoor-Minigolf, allerdings unter den besonderen Voraussetzungen einer Schwarzlichtumgebung. Das wird ganz sicher eine etwas andere Minigolf-Erfahrung.

Spaß mit Technik und Geschichte im phanTECHNIKUM

phanTECHNIKUM
Zum Festplatz 3
23951 Wismar
http://www.phantechnikum.de/

Landesspezifische Technikgeschichte klingt im ersten Moment womöglich nicht so überaus spannend – und doch kann sie es durchaus sein, wenn sie nur entsprechend präsentiert wird. Seit nunmehr fast vier Jahren geht das Technische Landesmuseum von Mecklenburg-Vorpommern zu diesem Zweck ebenfalls den interaktiven Weg, um einerseits das Wissen zu vermitteln und auf der anderen Seite durch die Exponate die Vergangenheit tatsächlich lebendig werden zu lassen.

Als Leitfaden durch die Sammlung und die verschiedenen Experimentierstationen fungieren die vier Elemente: Feuer, Wasser, Luft und Erde sind ihre eigenen Bereiche mit jeweils ganz speziellen Schwerpunkten gewidmet. Wie auch in der Phänomenta wird dabei das aktive Mitmachen und Erleben groß geschrieben. Von der Funktionsweise einer Dampfmaschine über die verschiedenen Antriebssysteme auf dem Wasser bis hin zum Schweißen kann vieles ausprobiert und noch mehr bestaunt werden. Daneben werden weitere naturwissenschaftliche und technische Phänomene regelmäßig in Sonderausstellungen dem jüngeren (und selbstverständlich auch dem älteren) Publikum näher gebracht. Für einen spannenden und abwechslungsreichen Tag ist also alles vorhanden.

Wie im Märchen: Schlösser, Herrenhäuser und Burgen

Welcher Junge möchte nicht mindestens einmal in seiner Kindheit ein Ritter, welches Mädchen nicht wenigstens einmal eine Prinzessin sein? Nun, das ist zwar in der Realität kaum noch umzusetzen, auch wenn die Boulevardpresse Hochzeiten und Nachrichten um die europäischen Fürstenhäuser nur allzu gerne medial aufbereitet.

Andererseits gibt es vielleicht nirgendwo sonst derart viele Überbleibsel von mittelalterlichem bis neuzeitlichem Prunk zu bestaunen wie in Mecklenburg-Vorpommern: Mehr als 2.000 Schlösser, Burgen sowie Guts- und Herrenhäuser aus unterschiedlichen Epochen vermitteln zwischen Ostsee und Seenplatte einen Eindruck davon, wie nobel und elegant der Adel einst residierte. Zugleich belegen die ganz unterschiedlichen Bauwerke sehr anschaulich, wie sich die Wohnsitze der vornehmen Herrschaften von eher funktionellen Einrichtungen zur Abwehr von Angreifern zu repräsentativen Schaustücken oder Orten der Zerstreuung – allen voran die Sommerresidenzen und Jagdschlösser – entwickelten. Sowohl für junge Rittersleut als auch angehende feine Hofdamen lassen sich die richtigen Ausflugsziele finden.

Schweriner Schloss

Zu Recht das Wahrzeichen der Stadt: Das märchenhafte Schweriner Schloss.

Besonders eindrucksvoll, weil in vollendeter Weise märchenhaft, ist hierbei das Schloss Schwerin. In seiner heutigen Form ist es die Neugestaltung einer deutlich älteren Anlage ganz im Stil des romantischen Historismus – entsprechend verträumt ist nicht nur das Schloss selbst, sondern auch die ihn umgebenden Parkanlagen, die zusammen mit der Lage auf einer Insel im Schweriner See zum Gesamteindruck beitragen.
Der sich übrigens im Inneren in gleicher Weise fortsetzt: Die Wohn- und Festräume, einschließlich Thronsaal und Ahnengalerie, zeugen nicht nur mit ihrem Dekor und den wertvollen Intarsienfußböden vom Prunk der Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin, sondern auch mit seltenen und kostbaren Möbeln, Gemälden – nicht zu vergessen die Porzellan- und die Prunkwaffensammlung, die aus dem Besuch des Schlossmuseums wirklich eine Zeitreise machen.

Kein Urlaub ohne Zoobesuch

Die Fauna am Ostseestrand ist den Kindern nicht spannend genug? Vielleicht kann ein Ausflug in den Zoo in diesem Fall über Abhilfe sorgen. Tatsächlich ist das Angebot in dieser Hinsicht überaus abwechslungsreich und reicht von den großen Zoos von Schwerin und Rostock bis zu den eher spezielleren Einrichtungen.

Back to Nature für die Braunbären aus dem Bärenwald

BÄRENWALD Müritz
Am Bärenwald 1
17209 Stuer
http://www.baerenwald-mueritz.de/de/

Bären will man für gewöhnlich vorzugsweise nicht in freier Wildbahn begegnen, aber im Müritzer Bärenwald sieht die Angelegenheit aus verschiedenen Gründen doch ganz anders aus: Zum einen weil die 16 Braunbären zwar in einer natürlichen und artgerechten Umgebung leben, allerdings doch unter den Bedingungen eines besuchertauglichen Freigeheges; zum anderen weil die meisten der Bären erst hier die Möglichkeit zu einem tiergerechten Leben erhalten haben.

Bärenwald Müritz

Leben wie in freier Wildbahn: Der Bärenwald Müritz bietet seinen Bewohnern eine natürliche Umgebung.

 Einige der Bewohner des Bärenwaldes haben schon schlechteste Haltungsbedingungen beim Zirkus oder allzu kleinen und überholten Zooanlagen hinter sich gebracht. Auf den 16 Hektar Fläche des Freigeheges haben sie hingegen nicht nur genügend Platz, sondern zudem die landschaftliche Abwechslung, die sie in freier Wildbahn auch erleben würden – Mischwald, Wiesenflächen, ein natürlicher Wasserlauf entsprechen vollkommen den Bedürfnissen der Braunbären.

Ergänzt wird das Wohlfühlprogramm durch eine professionelle Betreuung, die sich gleichermaßen in einer angemessenen Fütterung – sowohl bei der Auswahl als auch bei der Darreichung (das Futter wird nämlich im Gehege versteckt) – niederschlägt. Dass die Bären hier keine Schaustücke sind und sich ihren eigenen Wünschen gemäß auch mal zurückziehen können, macht den Besuch nur noch interessanter. Der Bärenwald bietet so Braunbären wie Besuchern gleichermaßen die Möglichkeit zu einer Erfahrung unter natürlichsten Voraussetzungen.

Von der Ostsee in die Tropen in Bansin

TropenZoo Bansin
Goethestraße 10
17429 Seebad Bansin
http://www.tropenhaus-bansin.eu/

Einen Ausflug in eine andere (Lebens-)Welt bietet der TropenZoo auf der Insel Usedom. Obwohl es sich um den kleinsten Zoo Deutschlands handelt, gibt es doch viel zu entdecken: 250 Quadratmeter Innenfläche und weitere 1.300 Quadratmeter Freifläche sind das zu Hause von rund 150 Tieren (verteilt auf etwa 70 unterschiedliche Arten) und 120 Pflanzen.

Sowohl die Terrarien als auch die frei begehbare Tropenhalle und die Vogelvolieren im Außenbereich sind in ihrer möglichst nah an den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere orientiert. Die Frösche, Leguane, Chamäleons, Schlangen, Vögel und Affen finden im TropenZoo deshalb heimatlich anmutende Umgebungen vor, obwohl sie diese eigentlich gar nicht kennen: Gezeigt werden keine Wildfänge, sondern ausschließlich Tiere aus anderen Zoos oder Auffangstationen. Denn neben artgerechter Haltung wird in Bansin auch der Natur- und Artenschutz groß geschrieben.

Ein Ostee-Klassiker: Das U-Boot Museum U-995 in Laboe

Marine-Ehrenmal und U-Boot Museum

Strandstraße 92
24235 Laboe
http://deutscher-marinebund.de/marine-ehrenmal-u-995/technisches-museum-u-995/

Zum Abschluss noch ein klassisches Ausflugsziel, dass dem Großteil der Besucher des hohen Nordens ein Begriff sein wird: Seit nunmehr über vier Jahrzehnten steht das U-Boot mit der Bezeichnung U-995 als Technisches Museum dem interessierten Publikum zur Besichtigung offen. Während es dem Deutschen Marinebund mit dem U-995 unter anderem darum geht, das Boot auch als Erinnerung an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs zu bewahren, werden die Kleinen in erster Linie die unglaublich engen Lebensbedingungen der Seeleute beeindrucken. Für allzu kleine Kinder ist das beliebte Denkmal daher vermutlich noch ungeeignet. Was insofern nicht weiter schlimm ist, weil die Ostsee ja über ausreichende alternative Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet.

 

Abbildungen
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