Sturmflut hinterlässt an der deutschen Ostsee deutliche Spuren


Der Wintereinbruch 2017 kam an der Ostseeküste mit der größten Sturmflut seit mehr als zehn Jahren. Die Schäden sind sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in Schleswig-Holstein enorm. Neben beschädigten Straßen und Dünen kämpften die Küstenregionen mit überschwemmten Straßen. Teilweise reichte die Sturmflut bis an die Promenaden der Seebäder heran.


Umfang der Schäden war zunächst unklar


Noch zum Ende der ersten Januarwoche war vollkommen unklar, wie umfassend die Schäden der Sturmflut tatsächlich sind. Doch die Kraft der Natur lockte schon kurze Zeit nach dem Höhepunkt der Katastrophe viele Schaulustige an. Vielerorts wird weiterhin davor gewarnt, alle Bereiche zu betreten, denn längst konnten nicht alle Gefahrenschilder mit den erforderlichen Warnschildern versehen werden. Gerade Uferkanten, aber auch Steilküsten und Kliffe gelten weiterhin als Gefahrenzonen. Um die Schäden und deren Umfang genauer definieren zu können, hoben am vergangenen Freitag im Norden und Nordosten Deutschlands mehrere Flugzeuge ab. Sie sammelten wichtige Daten, die für die Schadensabklärung erforderlich sind. Doch die Auswertung wird wohl noch mehrere Wochen dauern. Deutlich zügigere Schritte gab es dagegen von der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern. SPD und CDU haben sich als Regierungsfraktionen auf die Bildung eines Hilfsfonds verständigt. Rund 25 Millionen Euro sollen mit diesem Fonds zur Verfügung gestellt werden. Nach Angaben der Parteien werden die Gelder vor allem genutzt, um Flutschäden zu beseitigen, die in der öffentlichen Infrastruktur entstanden sind.


Maßnahmen für den Küstenschutz reichen Anwohnern nicht aus


Um möglichst zügig die Gelder aus dem Fonds herauslösen zu können, soll im Rahmen der kommenden Landtagssitzung ein Dringlichkeitsantrag gestellt werden. Doch Kritik von Seiten der Anwohner blieb bei der jüngsten Sturmflut nicht aus. Sie kam vor allem von den Menschen in Zempin. Usedom litt besonders stark unter der Wucht der aktuellen Sturmflut. Die Anwohner Zempins verwiesen darauf, dass die Landesregierung nur wenig für den Hochwasserschutz des Eilandes tun würde. Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, dass die für den Küstenschutz vorhandenen Anlagen auch schweren Sturmfluten trotzen können.


Bis zu drei Meter hohe Wellen machen Usedom zu schaffen


Die Auswirkungen der Sturmflut waren enorm. Teilweise erreichten die Sonneninsel Wellen mit einer Höhe von bis zu 3 Metern. Sie haben zu Abbrüchen an der Steilküste geführt. Auch Dünenabtragungen machten der Insel zu schaffen. Ein Imbiss, der sich auf dem Steilufer Zempins befand, fiel den Naturgewalten zum Opfer. Doch auch Rügen blieb von der Sturmflut nicht verschont. Hier brachen in einzelnen Bereichen die Dünen bis zu einer Tiefe von drei bis acht Metern ab. Unversehrt blieben jedoch die legendären Kreidefelsen, die das Wahrzeichen von Deutschlands größter Insel sind.