Rügener Kreideküste wird seit jeher von Naturkräften dominiert


Sie sind das Wahrzeichen Rügens und eine Natursensation: Die Kreidefelsen von Deutschlands größter Insel gehören zu den Landschaftszügen, die am engsten mit dem Eiland in Verbindung gebracht werden. Seit jeher werden sie von unbändigen Naturkräften dominiert. Die Anfänge der Kreideküste reichen rund 70 Millionen Jahre in die Vergangenheit zurück.


Die letzte Eiszeit brachte Kreide an die Oberfläche


Damals erstreckte sich ein flaches Schelfmeer vom heute bekannten England bis hin zum Kaspischen Meer. Mit seiner lauwarmen Temperatur war das Schelfmeer ein bedeutender Lebensraum für Kleins- und Kleinlebewesen. Neben Fischen und Tintenfischen waren hier Muscheln und Seeigel heimisch. Die Meeresbewohner hatten kalkhaltige Schalen, Panzer, aber auch Skelette, die sich schließlich über Jahrtausende hinweg auf dem Meeresboden ablagerten. Auf diesem Weg entstand eine imposante Kreideschicht, die teilweise bis zu 500 Meter umfasst. Die letzte Eiszeit schob diese Kreideablagerungen schließlich aus der Tiefe nach oben. Fachleute gehen davon aus, dass die Kreideschicht vor rund 20.000 bis 50.000 Jahren durch eine Anhebung des Salzstocks an die Oberfläche kam. Die Gletscher der Eiszeit zogen schließlich vor etwa 10.000 bis 12.000 Jahren den Rückzug an. Daraufhin wurde die Küste geformt. Der Prozess der Küstenformung hält übrigens bis heute an. Noch immer sinkt und steigt der Meeresspiegel und hinterlässt damit deutliche Spuren an den Felsen.


Naturkräfte hinterlassen ihre Spuren


Jeden Tag wirken gigantische Naturkräfte auf die Kreidefelsen. Die Gezeiten, die auch in der Ostsee spürbar sind, die Meeresbrandung, aber auch die Sturmfluten und der Regen hinterlassen deutliche Spuren. Doch auch der Frost und die tektonischen Kräfte stellen einen stetigen Angriff auf die Felsen dar. Auch wenn sie noch so imposant und mächtig wirken, sind die Kreidefelsen auf Rügen weich und feinstückig. Die letzten Jahrtausende haben an ihnen gezehrt und haben sie zerrüttet. Immer wieder kommt es zu Abbrüchen, wodurch erhebliche Risiken für Spaziergänger, Wanderer und Entdecker entstehen.


Wechselspiel der Natur kennzeichnet die Kreidefelsen auf Rügen


Wie kaum etwas anderes prägt ein Wechselspiel aus unzähligen Prozessen die Kreidefelsen auf Rügen. Immer wieder bricht durch die mächtigen Naturprozesse ein Stück der Felsen ab, das dann an anderer Stelle anlandet. Seit Jahrtausenden erstreckt sich die Ostsee an den Füßen der Kreideküste und hinterlässt hier deutliche Spuren. Die Ostsee unterspült die Felsen stetig, sodass immer wieder neue Hohlräume entstehen. Gemeinsam mit den Brandungshohlkehlen, die es im Gestein gibt, sorgen sie dafür, dass die Stabilität der Kreidefelsen verloren geht. Während der Meeresspiegel stetig zunimmt, muss immer mehr Strand dem eigentlichen Besitzer – der Natur – zurückgegeben werden. Lange waren große Steine in der Ostsee vor Rügen natürliche Wellenbrecher. Schon im Jahr 1889 wurden viele von ihnen entfern als mit dem Bau der Sassnitzer Hafenmole begonnen wurde, Seitdem kann die Meereskraft in ihrer ganzen Stärke auf die Kreidefelsen wirken.



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