Nabu setzt sich für Baustopp für die Ostsee ein


In den letzten Jahren entstanden in der Ostsee zahlreiche Windparks unterschiedlicher Größe. Vor allem im Zuge der Energiewende nahmen die Ambitionen mit Blick auf diese Projekte stark zu. Die Ostseeregion galt aufgrund der Windentwicklung als wichtiger Energiebringer. Doch die Kritik an den Windparks wächst und zwar nicht nur für die Anlagen auf dem Land, sondern auch in der Ostsee. Nun hat sich auch der Nabu für einen entsprechenden Baustopp ausgesprochen.


Kein sichtbares Potenzial für neue Windparks in der Ostsee


Die Forderungen nach einem Ausbaustopp für Offshore-Windparks kommen von Seiten des Nabu nicht ohne Grund. Wie der Naturschutzbund bestätigte, gibt es in der Ostsee aktuell kein weiteres Potenzial mehr für Anlagen dieser Art. Die bereits genehmigten Offshore-Anlagen sind davon ausgeschlossen. Dies geht aus einer Stellungnahme hervor, die der Nabu mit Blick auf den Offshore-Netzentwicklungsplan bis zum Jahr 2030 abgegeben hat. Darüber hinaus wirft der Naturschutzbund ebenso einen kritischen Blick auf einige Parks, die bereits genehmigt wurden oder die sich zumindest in Planung befinden. In der Stellungnahme wird betont, dass einige Anlagen zumindest aus der Sicht des Naturschutzes als problematisch bezeichnet werden müssen. Der Naturschutzbund wird hier sogar genauer und benennt einige dieser Anlagen in seiner Stellungnahme. Zu den betroffenen Projekten gehören demnach Gennaker, Arcadis Ost und Arkonabecken Südost.


Haben die Windparks negative Auswirkungen auf Zugvögel und Fische?


Unumstritten sind die Offshore-Windparks in der Ostsee nie. Der Nabu verweist in seiner Stellungnahme insbesondere auf die raumordnerische, aber auch auf die ökologische sowie hydrografische Situation. Demnach sei es sinnvoll, in der Region darauf zu verzichten, die Offshore-Windkraft weiter auszubauen. Nach Erklärungen der Naturschützer könnte eine noch größere Anzahl dieser Parks erhebliche negative Auswirkungen auf Fische, Schweinswale und auch Zugvögel haben, die die Ostsee jedes Jahr passieren. Vor allem auf regionaler Ebene stoßen die Parks auch bei vielen Anwohnern auf Unmut.


Aktuelle Szenarien erwarten Leistung von bis zu 3300 MW


Bis zum Jahr 2025 sollen laut der Netzanbindungs-Planung in den Offshore-Windparks in der Ostsee noch 1900 MW Leistung realisiert werden. Diese Zahl soll laut aktuellen Szenarien bis 2030 weiter steigen. In dem Jahr soll die Leistung zwischen 3100 und 3300 MW pendeln. Von Seiten der Übertragungsnetzbetreiber wird Kritik zurückgewiesen. Sie erklärten mit Blick auf die Äußerungen des Nabu noch einmal, dass sie sich an Vorgaben des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des BSH gehalten haben. Für die Stromnetzentwicklung gibt es laut Nabu allerdings keine valide Grundlage, die den Anforderungen an eine naturverträgliche Energiewende nachkommen würde.