Block 5 in Prora soll trotz Kritik verkauft werden


Er gehört zu den markantesten Bauwerken auf Rügen: der Koloss von Prora ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. In den letzten Jahren wurden große Teile des Bauwerks verkauft und teilweise saniert. Nun soll auch der letzte Block, der sich noch in öffentlicher Hand befindet, verkauft werden.


Hat der Denkmalschutz in Prora verloren?


Immer wieder gab es in den letzten Jahren Diskussionen und Debatten, wie mit dem Koloss von Prora weiterverfahren werden soll. Zuletzt befand sich nur noch der Block 5 in öffentlicher Hand. Doch auch das soll sich bereits in Kürze ändern. Wie bekannt wurde, steht offenbar auch der Block 5 nun kurz vor dem Verkauf. Was hier entstehen soll, ist offenbar noch unklar. Zuletzt hatten jedoch rund 15.000 Bürger gegen den Verkauf im Zuge einer Online-Petition gestimmt. Dabei herrscht schon in diesen Tagen Aufbruchstimmung in Prora. An der Schmalen Heide dominieren zum Saisonstart schicke Eigentumswohnungen, aber auch Baugerüste und Kräne das Bild. Die Riesen-Immobilie des einstigen KdF-Bads, das als Seebad der Tausenden geplant war, hat es in sich. An kaum einem anderen Ort liegen Historie und Moderne so nah beieinander wie hier. Mittlerweile wurden am Koloss von Prora massive Baumaßnahmen umgesetzt. So wurden zwei Parkhäuser fertiggestellt. In Kürze soll auch die Einweihung eines Hotels folgen. Darüber hinaus locken eine Bäckerei, ein Café-Shop sowie ein Italiener in die historische Stätte. Doch nicht nur das Bauwerk selbst unterlag einem massiven Wandel. Auch vor dem Küstenwald machten die Pläne keinen Halt. Hier wurde in großem Umfang gerodet. Künftig sollen im Küstenwald Swimmingpools und Wellnesseinrichtungen der verschiedensten Art zu finden sein.


Kontrast ist hier Programm


Prora hat seinen Besuchern in diesen Tagen vor allem eins zu bieten – ein Kontrastprogramm der ganz besonderen Art. Vor zehn Jahren hat der Landkreis den 5. Block des einstigen KdF-Bads zum Spottpreis von einem Euro gekauft. Seither dominiert der Verfall das Bild. Die fast 500 Meter lange Immobilie ist von den Zeichen der Zeit gekennzeichnet. Belebt ist lediglich etwa ein Drittel, nämlich der Bereich, in dem sich die Jugendherberge befindet. Der Rest des Bauwerks ist aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Der Koloss ist fensterlos und verbrettert.


Verfall zeichnet ein trauriges Bild der letzten Jahre


Auf dem Dach vom Block 5, das schon lange undicht ist, wachsen Birken. Der Landkreis selbst ist nicht dazu in der Lage, den Block entsprechend zu erhalten. Nun soll der Verkauf die Lösung bringen. Doch was geschieht nach dem Verkauf? Würde der Block an private Investoren gehen, muss davon ausgegangen werden, dass weitere Luxuswohnungen entstehen. Ob Rügen diese jedoch tatsächlich braucht, ist mehr als fraglich. Eine Option wäre sicherlich auch der Einstieg des Landes wie in Peenemünde. Ob sich das Land jedoch dazu entschließen wird, ist fraglich. Offen ist auch, wie weit es schließlich gelingen wird, die Historie und die Hintergründe zu dokumentieren.



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