Aufsehen in der Sommersaison: Russisches U-Boot kreuzt durch die Ostsee


Großes Staunen bei Einheimischen und Urlaubern: Am Wochenende kreuzte ein russisches U-Boot durch die Ostsee und passierte auf seinem Weg auch die deutsche Küste. Die 172 Meter lange „Dmitri Donskoi“ ist ein strategisches Atom-U-Boot aus den 1980er-Jahren, das allein durch seine enormen Ausmaße wie eine Bedrohung wirkt. Unterwegs vom Hafen Seweromorsk nach St. Petersburg, wo Putins Gigant am 30. Juli an einer Flottenparade teilnehmen soll, glitt TK-208 besonders nahe an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns entlang. Das Unterseeboot der russischen Seekriegsflotte ist das weltweit größte, das erste der „Typhoon“-Klasse und das letzte verbliebene seiner Art. 


Riesen-U-Boot erinnert an vergangene Zeiten


Als das größte U-Boot der Welt, begleitet von der dänischen Marine, die Ostsee durchkreuzte,  weckte das bei so manchem Erinnerungen an vergangene Zeiten. Bei der Jungfernfahrt des Schiffs war Nordkoreas Diktator Kim Jong Un nicht älter als ein paar Monate. US-Präsident Donald Trump entdeckte den Radsport für sich und bastelte an seiner Karriere in der Medienwelt. Die 28 Meter hohe „Dmitri Donskoi“ sieht zwar furchterregend aus, gibt aber keinen Anlass zur Beunruhigung, erklärt Klaus Mommsen, Auslandsredakteur und Marine-Experte. Das XXL-Tauchboot hat weder Raketen und noch atomare Sprengköpfe an Bord. Laut Mommsen ist die Präsenz des U-Boots eine politische Machtdemonstration, um der russischen Bevölkerung die Stärke der Marine zu demonstrieren.


Nato verzeichnet mehr Zwischenfälle in der Luft


Das Auftauchen von Putins Riesenkoloss in der Ostsee ist zwar harmlos, doch die Nato verzeichnet mehr Zwischenfälle in der Luft. Im Jahr 2016 starteten die Abfangjäger so häufig, wie es seit der Konfrontation der Supermächte im Kalten Krieg nicht mehr geschehen ist. Einer der Gründe sind russische Flugzeuge im Ostseeraum. Die von Russland 2014 veranlasste Annektierung der Halbinsel Krim führte zur Verstärkung der Nato-Luftraumüberwachung über den nordosteuropäischen Staaten Litauen, Lettland und Estland. In dieser Region kommen sich die Streitkräfte der Russischen Föderation und die Nato-Streitmacht so nahe wie nirgends sonst. Bedenken hat das westliche Verteidigungsbündnis, weil russische Maschinen häufig ohne elektronisches Erkennungssignal und Funkkontakt fliegen, weshalb die Flugbewegungen im Verborgenen bleiben.